Wohnprojektinitiativen, die kein Wohneigentum erwerben können oder wollen brauchen einen Investor. Dieser kann Räumlichkeiten in einer Bestandsimmobilie zur Verfügung stellen oder eine Kooperation im Rahmen eines Neubauprojektes anbieten. Die Regeln der Zusammenarbeit sollten frühzeitig in Form einer Kooperationsvereinbarung festgeschrieben werden. In der Regel schließen die Projektmitglieder Einzelmietverträge mit dem Vermieter ab. Wenn es Gemeinschaftsflächen gibt, werden diese an die Gruppe vermietet. Die anfallenden Kosten werden auf deren Mitglieder umgelegt. Auch (teilweise öffentlich geförderte) Gemeinschaftswohnungen können an Wohngemeinschaften/-gruppen vermietet werden.
Wohngruppenmitglieder und Vermieterin oder Vermieter profitieren gleichermaßen von einer verbindlichen Kooperation: Die einen erhalten Gestaltungsmöglichkeiten und mehr Selbstbestimmung beim Wohnen, die anderen finden Mieterinnen und Mieter, die sich engagieren und pfleglich mit der Immobilie umgehen.
Wenn die Gruppe deutlich mehr Selbstverantwortung haben möchte, dann kann sie als Generalmieter sämtlicher Räumlichkeiten auftreten und ihrerseits mit ihren Mitgliedern Einzelmietverträge abschließen. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Eigentümer/der Eigentümerin ist dann meistens im Generalmietvertrag enthalten.
Bei Wohnprojekten zur Miete kooperieren die Projektgruppen mit Investor*innen, wie z.B. kommunalen Wohnungsunternehmen. Dieses Modell eignet sich für Menschen, die den finanziellen und organisatorischen Aufwand eines selbstorganisierten Projekts vermeiden möchten.
Die Publikation bietet Praxiswissen für Gruppen, die ein Wohnprojekt zur Miete planen. Es werden die typischen Phasen der Entwicklung eines Mietwohnprojekts dargestellt und aufgezeigt, welche Kooperationspartner*innen aus der Wohnungswirtschaft in Betracht kommen und wie sich die Perspektiven von Gruppen und Investor*innen unterscheiden. Weitere Kapitel geben Hinweise auf die rechtliche Gestaltung und die Finanzierbarkeit. Zwölf Projektbeispiele aus ganz Deutschland runden die Publikation ab. Die Broschüre ist kostenlos bei der Stiftung trias erhältlich.

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