Gemeinschaftlich Wohnen von und für Frauen

Alternative gemeinschaftliche Wohnformen können heute für Frauen aller Altersgruppen eine passende Lebensform darstellen, um Selbstständigkeit und Formen der Gemeinschaftlichkeit zu verbinden. Bekannt sind Projekte von und für Frauen seit dem Mittelalter durch Klostergemeinschaften, Stifte und Beginenhöfe. Aktivistinnen der ersten Frauenbewegung gründeten Ende des 19. Jahrhunderts Wohnheime und Wohngenossenschaften für berufstätige Frauen. Mit der autonomen Frauenbewegung ab den 1970er Jahren entstanden erste Wohnprojekte für das dauerhafte Zusammenleben von Frauen. All diese Projekte zeigen die Bedeutung des eigenständigen und selbstbestimmten Wohnens von Frauen. Auch die historische Beginenbewegung wurde im April 2004 mit der Gründung des Dachverbandes der Beginen neu begründet. Eine aktualisierte Übersicht über Frauenwohnprojekte in Deutschland von der Arche Nora über die Beginenbewegung bis zur Sappho Stiftung bietet die Website frauenwohnprojekte.

Bildnachweis: Beginenhof Essen

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Frauensiedlung Loheland

In der Nähe von Fulda gründeten Louise Langgard und Hedwig von Rohden 1919 die Frauensiedlung Loheland. Parallel zu anderen Projekten der Lebensreformbewegung legten sie auf dem 45 ha großen, unerschlossenen Gelände am Herzberg bei Dirlos mit der „Loheland Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk" den Grundstein für das heutige Loheland. Es entstand eine Ausbildungsstätte für junge Frauen, die sich neben der Ausbildung als Gymnastiklehrerin in verschiedenen kunsthandwerklichen Bereichen wie Drechslerei, Weberei, Lederwerkstatt, Fotografie und im biodynamischen Landbau erproben konnten.

 

Die Loheland Stiftung bietet Führungen „Die Frauensiedlung Lohneland entdecken" über die unter Ensembleschutz stehende Siedlung mit rund zwanzig anerkannten Einzelbaudenkmälern und auch den neueren Bauten der heute in Loheland bestehenden Waldorfschule und dem Waldorfkindergarten an. Auf dem Gelände befinden sich weiterhin ein Café & Laden, ein Tagungshotel und das Loheland-Archiv. Weitere Informationen zu den Führungen und der Loheland Stiftung gibt es hier.

 

Ein Film von Dörte Schipper über die Frauensiedlung Loheland ist anlässlich des 100jährigen Jubliäums des Projektes entstanden und zeigt neben beeindruckenden Bilden auch Erfahrungsberichte von Zeitzeuginnen, die die Geschichte der Frauensiedlung lebendig werden lassen. Der Film „Eine neue Generation Weib - Die mutigen Frauen aus Loheland" (17:30 min) ist bei bei YouTube zu sehen.

 

Eine Fotostrecke mit 24 historischen Fotos und einem Text von Dörte Schipper sind bei SPIEGEL Geschichte online zu finden.

Stiftung Alltagsheld:innen

Was macht gutes Wohnen für Alleinerziehende aus und welche Potentiale bieten gemeinschaftliche Wohnformen für gegenseitige Unterstützung und Erleichterung im Alltag? Weil das Wohnproblem fast allen Alleinerziehenden unter den Nägeln brennt, hat die Stiftung Alltagsheld:innen 2021 damit begonnen, den Arbeitsschwerpunkt Wohn- und Lebensräume für Ein-Eltern-Familien aufzubauen. Die Stiftung vernetzt Verbände, Vereine, Träger und weitere Akteur:innen, um den Austausch und Wissenstransfer zu fördern. Sie unterstützt Wohnprojekte wie von siaf e.V. in München und Kooperation mit Juno e.V. in Wien, die seit Jahren erfolgreich Wohnungen an Ein-Eltern-Familien vermitteln. Zudem ist eine Studie zur Wohnsituation von Ein-Eltern-Familien in Planung. Mit diesen Projekten möchte die Stiftung Impulse setzen, die der belastenden Wohnsituation von Ein-Eltern-Familien mit Lösungen entgegenwirken und zu weiteren vergleichbaren Projekten anregen.

Die gemeinnützige Stiftung Alltagsheld:innen fördert innovative Projekte mit dem Ziel, die Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien grundlegend zu verbessern und diskriminierende Strukturen abzubauen. Außerdem wird die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit über die Lebenssituation von Alleinerziehenden mit Zuschüssen unterstützt.


Hier geht es zu den Förderkriterien der Stiftung Alltagsheld:innen.

Frauenwohnen im Alter

„Warum einsam – lebt gemeinsam´ ist das Motto des Vereins Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter e. V. – ein Pionier für alternatives Frauenwohnen aus München. Inzwischen hat der Verein fünf Wohngruppen für 40 Mieterinnen realisiert. In dem 193-seitigen Buch lässt Christa Lippmann, Autorin und Gründerin des Vereins, die beteiligten Frauen über ihre Erfahrungen berichten. Das Buch aus dem Kohlhammer-Verlag ist im Handel erhältlich (ISBN-Nummer 3170435981).


 


Link zum Kohlhammer-Verlag